Seit Anfang 2009 ist auf dem polnischen Arbeitsmarkt ein neuner Trend zu verzeichnen. Immer mehr polnische Mitarbeiter verzichten auf ein schnelles Jobwechsel und binden sich für eine längere Zeit an ihr Unternehmen.
Noch im Jahre 2008 war der schnelle Jobwechsel in der Generation 25+ (Gender unabhängig) keine Ausnahme. Ein junger polnischer Mitarbeiter im Alter von 25 Jahren wechselte im Durchschnitt alle 14 Monate seine Arbeitsstelle. Seine fünf Jahre älteren Kollegen haben sich in der Regel alle zwei bis vier Jahre nach einem neuen Job umgeschaut. Mehr Geld und bessere Chancen für eine berufliche und persönliche Entwicklung waren die zwei wichtigsten Gründe, wenn es darum ging, den Arbeitgeber zu wechseln. Nur bei den älteren Mitarbeitern, der sogenannten Generation 45+, Menschen, die beruflich wie privat einen politischen und wirtschaftlichen Systemwechsel nach 1989 durchgemacht haben, war mehr Sehnsucht nach einer beruflichen Stabilität zu spüren.
Seit Januar 2009 ist die Zahl der gesuchten Mitarbeiter auf dem polnischen Markt gesunken. In Unternehmen werden die Kosten der Personalpolitik unter die Lupe genommen. Und obwohl in Polen zurzeit erfahrene Vertriebsmitarbeiter, hoch qualifizierte Ingenieure und IT Spezialisten händeringend gesucht werden, wird der neue Trend immer deutlicher: Wer einen Job hat, bleibt dabei. Auch familiäre und soziale Bindung spielen jetzt bei der Frage nach einer neuen Arbeitsstelle eine entscheidende Rolle.