Archiv für Mai 2009

Trotz der Krise: Wirtschaftendenzen 2009 in Polen

Freitag, 29. Mai 2009

Obwohl Polen die globale Finanz- und Wirtschaftskrise im Vergleich zu den anderen ost- und westeuropäischen Ländern gut meistert, bleibt sie von dieser bei Weitem nicht verschont. Laut Schätzungen der polnischen Regierung, soll das Bruttoinlandprodukt (BIP) im Jahre 2009 nur um 1,5 bis zwei Prozent steigen. Die Arbeitsquote, die im Jahre 2008 bei 9,5 Prozent lag, könnte 2009 bei 12 Prozent liegen. Trotzt der Krise werden in Polen weiterhin Führungs- und Fachkräfte, vor allem Wirtschaftsingenieure und IT-Spezialisten gesucht, die Gehälter jedoch werden dieses Jahr nur um vier bis sechs Prozent erhöht. Viele Mitarbeiter müssen bereits mit Kürzungen bei Standardprämien sowie bis jetzt als „üblich“ angesehenen Zusatzleistungen (siehe: Artikel, Kategorie Arbeitsmarkt) rechnen.

Die Auswirkungen der Krise sind vor allem in der Chemieindustrie, den exportabhängigen Branchen wie Kfz, elektrische Haushaltsgeräte, Möbel und Elektronik zu verzeichnen. Ein Antikrisenpaket der Regierung im Volumen von umgerechnet 21 Mrd. Euro soll Polens Weg aus der Krise ebnen.
Es gibt jedoch Branchen, die sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation derzeit keine Sorgen machen. Dazu gehören, IT, Sicherheits- und Überwachungstechnik für Flug- und Seehäfen, sowie Abfall- und Energiewirtschaft. Auch die Bauinvestitionen für Schnellstraßen, Autobahnen, Schienennetz und Flughäfen nehmen zu. Für die Investitionen in der Umwelttechnik und Infrastruktur stehen Polen EU-Fördergelder zur Verfügung. Einer der wichtigsten Motoren für die Nachfrage bei den Überwachungs- und Sicherheitssystemen, ist die Fußball EM 2012.

Auch mit der geplanten Änderung des Sonderwirtschaftszonen-
gesetzes will die Regierung mehr innovative Firmen nach Polen locken. Für Unternehmen aus den Bereichen Kfz, Luftfahrt, Maschinenbau, Elektronik, Biotechnologie und erneuerbare Technologien soll es künftig Erleichterungen bezüglich der Beschäftigungsverpflichtungen, Grundstückauswahl und der Finanzierungen geben. Die Sonderwirtschaftszonen werden um 8.000 ha vergrößert. Für ausländische Investoren sind polnische Sonderwirtschaftszonen immer noch interessant: bei Einhaltung der EU Standards und Normen, fallen die Produktionskosten immer noch niedriger aus als in den anderen westeuropäischen Ländern .

Quellen: GUS, www.mswia.gov.pl; Gazeta Wyborcza, Germany Trade & Invest

Was wird gestrichen? Instrumente der Mitarbeiterbindung in der Krise

Dienstag, 26. Mai 2009

Wegen der hohen Fluktuation der polnischen Mitarbeiter sowie des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften gab es noch vor Kurzem eine Reihe an Zusatzleistungen, Prämien und Boni als bewährte Mittel der Mitarbeiterbindung.
Zu den Standards der Mitarbeiterbindung gehörten bis jetzt private Nutzung von Autos, Laptops und Handys sowie zinsgünstige Darlehen beim Kauf von Immobilien, in der Regel Wohnungen (in Polen auch bei junger Generation sehr begehrt). Aber auch Leistungen im Bereich der privaten Vorsorge, Möglichkeiten der vergünstigten Nutzung von Sportklubs, Studienfinanzierungen, Schulungen oder Stock Optionen dienten bis jetzt der Bindung der polnischen Mitarbeiter an die Unternehmen.
Seit Anfang des Jahres 2009 werden viele der bisher eingesetzten Zusatzleistungen von den Unternehmen mehr und mehr “überdacht”. Das privat genutzte Auto gehört in vielen Fällen nicht mehr zu den Standardmitteln der Mitarbeiterbindung. Auch bei privater Nutzung von Handys gibt es immer mehr Einschränkungen. Einige Unternehmen senken ebenso den Anteil der Grundbezüge am Gesamtgehalt und bauen erfolgsabhängige Prämien mit klar definierten Zielen in das System der Vergütung ein.

Hohes Gehalt – 2009 das wichtigste Job-Auswahlkriterium für polnische Young Professionals

Dienstag, 26. Mai 2009

Laut Umfrage der Universum Polska Sp.z.o.o., ein polnisches Employer Branding Unternehmen, durchgeführ zwischen November 2008 und Januar 2009 in Zusammenarbeit mit den polnischen Job-Agenturen und Universitäten, sehen 54 % der 15.000 befragten polnischen Studenten das wichtigste Auswahlkriterium für den zukünftigen Arbeitsplatz in der guten Bezahlung. Mit den höchsten Gehältern im ersten Arbeitsjahr (zur Zeit 3.100,00 PLN) rechnen die Studenten der Ingenieurwissenschaften und die zukünftigen IT Spezialisten.

Job Hopping? Nein, danke.

Dienstag, 26. Mai 2009

Seit Anfang 2009 ist auf dem polnischen Arbeitsmarkt ein neuner Trend zu verzeichnen. Immer mehr polnische Mitarbeiter verzichten auf ein schnelles Jobwechsel und binden sich für eine längere Zeit an ihr Unternehmen.

Noch im Jahre 2008 war der schnelle Jobwechsel in der Generation 25+ (Gender unabhängig) keine Ausnahme. Ein junger polnischer Mitarbeiter im Alter von 25 Jahren wechselte im Durchschnitt alle 14 Monate seine Arbeitsstelle. Seine fünf Jahre älteren Kollegen haben sich in der Regel alle zwei bis vier Jahre nach einem neuen Job umgeschaut. Mehr Geld und bessere Chancen für eine berufliche und persönliche Entwicklung waren die zwei wichtigsten Gründe, wenn es darum ging, den Arbeitgeber zu wechseln. Nur bei den älteren Mitarbeitern, der sogenannten Generation 45+, Menschen, die beruflich wie privat einen politischen und wirtschaftlichen Systemwechsel nach 1989 durchgemacht haben, war mehr Sehnsucht nach einer beruflichen Stabilität zu spüren.

Seit Januar 2009 ist die Zahl der gesuchten Mitarbeiter auf dem polnischen Markt gesunken. In Unternehmen werden die Kosten der Personalpolitik unter die Lupe genommen. Und obwohl in Polen zurzeit erfahrene Vertriebsmitarbeiter, hoch qualifizierte Ingenieure und IT Spezialisten händeringend gesucht werden, wird der neue Trend immer deutlicher: Wer einen Job hat, bleibt dabei. Auch familiäre und soziale Bindung spielen jetzt bei der Frage nach einer neuen Arbeitsstelle eine entscheidende Rolle.

Willkommen bei between services blog

Freitag, 22. Mai 2009

Im between services blog erfahren Sie Wissenswertes über die aktuelle Entwicklung auf dem polnischen Arbeitsmarkt. Kultur relevante Themen, wie beispielsweise die unterschiedliche Art der Mitarbeiterführung, der polnischen Kommunikation oder des Umgangs mit Konflikten im Berufsalltag, stehen dabei im Mittelpunkt.  Ich präsentiere Ihnen die neusten Trends in der polnischen Wirtschaft und verfolge mit Ihnen den gesellschaftlichen Wandel in Polen.

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