Obwohl Polen die globale Finanz- und Wirtschaftskrise im Vergleich zu den anderen ost- und westeuropäischen Ländern gut meistert, bleibt sie von dieser bei Weitem nicht verschont. Laut Schätzungen der polnischen Regierung, soll das Bruttoinlandprodukt (BIP) im Jahre 2009 nur um 1,5 bis zwei Prozent steigen. Die Arbeitsquote, die im Jahre 2008 bei 9,5 Prozent lag, könnte 2009 bei 12 Prozent liegen. Trotzt der Krise werden in Polen weiterhin Führungs- und Fachkräfte, vor allem Wirtschaftsingenieure und IT-Spezialisten gesucht, die Gehälter jedoch werden dieses Jahr nur um vier bis sechs Prozent erhöht. Viele Mitarbeiter müssen bereits mit Kürzungen bei Standardprämien sowie bis jetzt als „üblich“ angesehenen Zusatzleistungen (siehe: Artikel, Kategorie Arbeitsmarkt) rechnen.
Die Auswirkungen der Krise sind vor allem in der Chemieindustrie, den exportabhängigen Branchen wie Kfz, elektrische Haushaltsgeräte, Möbel und Elektronik zu verzeichnen. Ein Antikrisenpaket der Regierung im Volumen von umgerechnet 21 Mrd. Euro soll Polens Weg aus der Krise ebnen.
Es gibt jedoch Branchen, die sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation derzeit keine Sorgen machen. Dazu gehören, IT, Sicherheits- und Überwachungstechnik für Flug- und Seehäfen, sowie Abfall- und Energiewirtschaft. Auch die Bauinvestitionen für Schnellstraßen, Autobahnen, Schienennetz und Flughäfen nehmen zu. Für die Investitionen in der Umwelttechnik und Infrastruktur stehen Polen EU-Fördergelder zur Verfügung. Einer der wichtigsten Motoren für die Nachfrage bei den Überwachungs- und Sicherheitssystemen, ist die Fußball EM 2012.
Auch mit der geplanten Änderung des Sonderwirtschaftszonen-
gesetzes will die Regierung mehr innovative Firmen nach Polen locken. Für Unternehmen aus den Bereichen Kfz, Luftfahrt, Maschinenbau, Elektronik, Biotechnologie und erneuerbare Technologien soll es künftig Erleichterungen bezüglich der Beschäftigungsverpflichtungen, Grundstückauswahl und der Finanzierungen geben. Die Sonderwirtschaftszonen werden um 8.000 ha vergrößert. Für ausländische Investoren sind polnische Sonderwirtschaftszonen immer noch interessant: bei Einhaltung der EU Standards und Normen, fallen die Produktionskosten immer noch niedriger aus als in den anderen westeuropäischen Ländern .
Quellen: GUS, www.mswia.gov.pl; Gazeta Wyborcza, Germany Trade & Invest